Prävention

Das individuelle Risiko einschätzen: Mit dem Präventionsprogramm des CCB Frankfurt.

Das Ziel unseres Programms ist es, die hausärztlichen Vorsorgeuntersuchungen mit unserer kardiologischen Kompetenz zu unterstützen und zu ergänzen.

Risikobestimmung
Am Anfang steht die möglichst exakte Berechnung des Gesamtrisikos auf der Grundlage der Risikofaktoren. Hierfür sind möglichst komplette Unterlagen des Hausarztes hilfreich. Gegebenenfalls werden weitere Laborwerte in unserer Praxis bestimmt. Für die Berechnung des Gesamtrisikos verwenden wir den Risikokalkulator der Münsteraner PROCAM-Studie. Diese Studie bietet den Vorteil, dass eine deutsche Studiengruppe untersucht wurde, bei der auch die Familiengeschichte berücksichtigt wurde, was bei amerikanischen und gesamteuropäischen Studien nicht geschah.

 
Wenn vorhanden, sind folgende Laborwerte wichtig:

Überblick der Risikofaktorenziele und Methoden

Risikofaktoren — Zielwerte

  • Blutdruckwerte < 140/90 mmHg, bei Hochrisikopatienten < 130/80 mmHg; unter Belastung < 200/100 mmHg
  • Blutzucker („Glukose“) nüchtern < 110 mg/dl
  • Gesamtcholesterin < 200 mg/dl, LDL-Cholesterin < 130 mg/dl, HDL-Cholesterin > 50 mg/dl, Triglyzeride < 150 mg/dl; für Hochrisikopatienten strengere Zielwerte
  • Nikotinstopp
  • Regelmäßige körperliche Aktivität
  • Gesunde Ernährung
  • Gewichtsoptimierung (Body Mass Index < 25 kg/m2)

 

Methoden zur Überprüfung bzw. erweiterten Diagnostik

  • Langzeit-Blutdruckmessung
  • Belastungs-EKG
  • Diagnostik einer möglichen
  • Nierenarterienstenose
  • Oraler Glukosetoleranztest
  • Diagnostik des Augenhintergrunds
  • Nierenfunktionsprüfung, Analysen der Gerinnungsneigung des Blutes und weitere spezielle Blut- und Laboruntersuchungen
  • Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader
  • Koronarkalkbestimmung mittels CT
  • Nichtinvasive Koronarangiografie mittels CT
  • Diagnostik der Durchblutung des Herzmuskels mittels Kernspintomografie

Im nächsten Schritt erfolgt die Analyse von EKG und Belastungs-EKG. Eine größere Schädigung des Herzmuskels und Auffälligkeiten der Kreislaufreaktion bei Belastung können so bestimmt werden. Wichtig ist besonders die genaue Analyse der Belastungs- und Erholungsfähigkeit. Meistens wird auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Darstellung der Herzfunktion vorgenommen. Zwar ist die Vorhersagekraft im Hinblick auf das Herz-Kreislaufrisiko gering, bereits vorhandene Schäden können aber sehr gut erkannt werden.

Bei vielen Patienten wird es bei diesem Stand bereits möglich sein, eine Entscheidung über das weitere Vorgehen zu treffen und einen Therapieplan aufzustellen. Bei anderen wird das Risiko weiterhin im unbestimmten „Graubereich“ liegen. Es ist unser Ziel, in diesen Fällen eine möglichst genaue Aufklärung des Risikos zu erreichen und festzustellen, ob es nicht doch eher niedriger oder eher höher liegt, als ursprünglich angenommen. Manchmal wird das Risiko aber auch nach einer Reihe von Zusatztests weiterhin als „mittelgroß“ eingestuft werden. Mit der Hilfe der zusätzlichen Untersuchungen kann dies aber weiter präzisiert und das weitere Vorgehen geplant werden.

Zusatzuntersuchungen zur genaueren Risikobestimmung:

Lesen Sie, wie die Gefäße des Augenhintergrunds untersucht werden:
Alles über den Belastungstest zur Risiko-Einschätzung
Lesen Sie hier über die Risiko-Einschätzung mittels Cardio-CT:
Was zusätzliche Laboranalysen zur Risiko-Bestimmung beitragen:
Hier geht es um Ultraschall zur Risiko-Bestimmung:
Lesen Sie hier über die Bestimmung der Pulswellengeschwindigkeit
Lesen Sie hier hier über den Einsatz der Magnetresonanztomografie

Therapievorschlag

In Abhängigkeit von den Ergebnissen der Risikoanalyse wird ein Therapieplan erstellt, der die Behandlungsziele definiert und die geeigneten Möglichkeiten aufzeigt, diese Ziele zu erreichen. Oft lässt sich mit nicht-medikamentösen Ansätzen eine ausreichende Verbesserung des Risikos erreichen.
Manchmal ist aber auch eine medikamentöse Therapie notwendig.

Lesen Sie hier mehr zum nicht-medikamentösen Therapieansatz:
Erfahren Sie hier mehr zum medikamentösen Therapieansatz:

Mit einer Verlaufsuntersuchung das Risiko im Blick behalten und Erfolge sichtbar machen.

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, nach einer dem persönlichen Risiko angemessenen Zeit eine Verlaufsuntersuchung durchzuführen. Wie haben sich die Risikofaktoren geändert? Wurden die Therapieziele erreicht? Ist die Leistungsfähigkeit besser geworden?

Lesen Sie hier ein Fallbeispiel

Mit dem Risiko leben

Herzkreislauferkrankungen und insbesondere der Herzinfarkt bestimmen unsere Lebenserwartung und Lebensqualität entscheidend. Eine fundierte Risikoanalyse macht es den Patienten möglich, das individuelle Risiko zu minimieren, indem sie ganz bewusst ein Leben führen, das an das eigene Risikoprofil angepasst ist. Natürlich kann dadurch manches private und berufliche Lebensziel beeinflusst werden. Die Lebenserwartung und die Lebensqualität steigen. In manchen Fällen reichen schon regelmäßige Bewegung und eine gesundheitsbewusstere Ernährung. In anderen Fällen wird eine medikamentöse Behandlung notwendig. Hier geht es ausschließlich um wirksame Medikamente, welche die Herzkreislauferkrankungen deutlich reduzieren und deren Einsatz wissenschaftlich abgesichert ist.
Individuelle Risikoanalyse, Verlaufskontrollen und schonende Diagnostikverfahren sind die Bausteine unseres Präventionsprogramms, das Ihnen nicht nur Einblick in Ihr persönliches Herzinfarktrisiko gibt, sondern Ihnen konkrete Handlungsspielräume aufzeigt, um verantwortungsvoll damit umzugehen.