
- Implantation eines Herzschrittmachers
Was geschieht mit mir bei der Schrittmacherimplantation?
Zunächst wird die Implantationsstelle desinfiziert und der restliche Brustbereich mit Tüchern abgedeckt. Der Eingriff wird meist in örtlicher Betäubung durchgeführt. Sollte eine Allgemeinnarkose erforderlich sein, so werden Sie über Einzelheiten und Risiken des Betäubungsverfahrens gesondert aufgeklärt.
Abhängig von der Art des Schrittmachers, der bei Ihnen eingesetzt wird, verläuft die Operation wie folgt:
Der Operateur bildet unter der Brust - oder in seltenen Fällen unter der Bauchmuskulatur eine Tasche, in die der Impulsgeber, der eigentliche Schrittmacher geschoben wird.
Bei einem Einkammersystem wird eine Halsvene oder die Vene unterhalb des Schlüsselbeins durch einen kleinen Hautschnitt freigelegt oder durch eine Hohlnadel punktiert. Auf diesem Weg führt der Arzt die 2-3 mm dünne Elektrode ein, schiebt sie unter Röntgenkontrolle bis in die rechte Herzkammer vor und schließt sie dann an den Impulsgeber an.
Bei einem Zweikammersystem wird analog vorgegangen, jedoch wird zusätzlich eine zweite Elektrode in die rechte Vorkammer eingeführt.
Wie soll ich mich vor der Schrittmacherimplanatation verhalten?
Sofern Sie Medikamente zur Blutverdünnung wie Aspirin (ASS), Marcumar, Clopidogrel etc. einnehmen, sind diese 4-5 Tage vor dem Eingriff abzusetzen. Patienten mit Klappenersatz oder Vorhofflimmern, die deshalb Marcumar benötigen, müssen in dieser Zeit mit Heparinspritzen versorgt werden.
Vor der Schrittmacherimplantation brauchen Sie nicht nüchtern zu bleiben. Sie können ganz normal essen und trinken.

- Nach dem Eingriff werden die Patienten in der Schrittmacherambulanz betreut
Wie soll ich mich nach der Implantation verhalten?
Am OP-Tag erhalten Sie vorsorglich ein Antibiotikum.
Nach dem Eingriff sollte ein Coolpack oder ein Sandsack auf die Wunde gelegt werden, um eventuelle Blutergüsse zu mindern. Diese können im Bereich der Implantationsstelle auftreten, müssen Sie jedoch nicht beunruhigen.
In den ersten drei Tagen nach dem Eingriff sollten Sie Bettruhe einhalten, wobei Sie aber zur Toilette und zum Essen aufstehen dürfen.
Um die Wunde zu schonen sollten Damen am OP-Tag und den nachfolgenden 3 Tagen den BH Tag und Nacht tragen.
Bei stationär aufgenommenen Patienten erfolgen routinemäßig ein Magnet-EKG und eine Röntgen-Thoraxuntersuchung, um die Lage des Schrittmachers zu kontrollieren.
Für insgesamt 4 Wochen nach der Operation sollten Sie keine schweren Lasten tragen, nicht Auto fahren und den Arm, an dem implantiert wurde nicht über Schulterhöhe bewegen. Um jedoch einer möglichen Versteifung des Schultergelenkes vorzubeugen, sollten Sie in dieser Zeit mehrmals täglich Bewegungsübungen wie "Schulterkreisen" durchführen.
Bei Wundschmerzen nach der Implantation sollten Sie für diese Zeit ein Schmerzmittel einnehmen.
Bitte beobachten Sie sich aufmerksam und informieren Sie umgehend Ihren behandelnden Arzt wenn Fieber oder Veränderungen im Bereich der Implantationsstelle auftreten. Natürlich können Sie sich auch in der Schrittmacherambulanz vorstellen.
Nach Ablauf von 4 Wochen körperlicher Schonung können Sie Ihr gewohntes Leben wieder aufnehmen.
Zwischen 2 und 4 Wochen nach der Schrittmacherimplantation findet bereits die erste Kontrolluntersuchung statt. Wir halten eine halbjährliche Kontrolluntersuchung für notwendig.
Bitte beachten Sie bei Ihrem zukünftigen Leben mit Schrittmacher, daß Sie Ihren Schrittmacherpaß immer bei sich tragen.
Worauf muss ich bei meinem Leben mit Schrittmacher achten?
Nehmen Sie Ihr normales Leben wieder auf. Verzichten Sie auf apparative Pulszählungen außerhalb einer Praxis denn bei Schrittmacherpatienten sind die Messungen oft fehlerhaft und führen nur zu Verunsicherungen.
Hautveränderungen im Bereich des Schrittmachers, also Rötungen oder Blau-Verfärbungen sind Alarmzeichen, die einen sofortigen Klinikbesuch verlangen. Ganz gleich ob sie 5 Wochen oder 5 Jahre nach der Implantation auftreten.
Machen Sie Ihren Schrittmacherpaß zu Ihrem ständigen Begleiter und legen Sie ihn bei jedem Arztbesuch, also auch beim Zahnarzt vor.
Elektrische Behandlungen beispielsweise mit elektrischen Massagegeräten, Kurzwellen o.ä. dürfen Sie ohne ausdrückliche Erlaubnis Ihres Arztes auf gar keinen Fall nutzen. Dies gilt auch für Personenwaagen mit Körperfettanalyse. Denn mit derartigen Behandlungen könnte eventuell der Schrittmacher für die Dauer der Anwendung abgestellt werden. Das ist eine ernste Gefahr für Ihr Herz und Ihr Leben.
Ebenso verhält es sich mit anderen elektrischen Geräten, die in die unmittelbare Nähe des Herzschrittmachers gebracht werden. Meiden Sie also beispielsweise den auf der Brust hängenden Motor einer eingeschalteten Haar-Trockenhaube und benutzen Sie stattdessen einen Handföhn.
Bedecken Sie Ihren Oberkörper nicht mit einer elektrischen Heizdecke und vermeiden Sie generell elektrische Geräte in Brusthöhe.
Schnurlose Telefone in der Wohnung hingegen können Sie ohne Bedenken benutzen, diese können Ihren Schrittmacher nicht beeinträchtigen. Mit einem Händy sollte sicherheitshalber ein Abstand von 15-20 cm zum Schrittmacher eingehalten werden.
Fragen Sie bei Unklarheiten Ihren Arzt, um eine Gefährdung auszuschließen.
Außer diesen genannten Punkten, die den atypischen Gebrauch elektrischer Geräte betreffen, gibt es für Ihr Leben mit einem Schrittmacher keine Verbote und Einschränkungen. Im Gegenteil, Sie werden belastbarer sein, und sich in Ihrem Alltag weniger einschränken müssen.
Die Batterie Ihres Schrittmachers wird im Laufe der Jahre schwächer werden, was aber bei den regelmäßigen Kontrollen rechtzeitig bemerkt wird.
In besonderen Fällen sind Hausbesuche möglich.
