Schrittmacher Centrum

Herzschrittmacher, Defibrillator und CRT. Was ist rund um die Implantation eines Aggregats zu beachten?

Sofern Sie Medikamente zur Blutverdünnung wie Marcumar, Pradaxa, Xarelto, Eliquis, Lixiana, Clopidogrel, Brilique, Efient etc. einnehmen, besprechen Sie bitte im Vorfeld mit uns, ob die Einnahme des Medikament für die Operation pausiert werden muss.  Nehmen Sie ausschließlich Aspirin (ASS) ein, kann dies unverändert fortgeführt werden.

Vor der Implantation brauchen Sie nicht nüchtern zu bleiben. Sie können vorher eine Kleinigkeit essen und trinken.

So werden die Implantationen vorbereitet:

Zunächst wird die Implantationsstelle desinfiziert und der restliche Brustbereich mit Tüchern abgedeckt. Der Eingriff wird meist in örtlicher Betäubung durchgeführt. Sollte eine Allgemeinnarkose erforderlich sein, so werden Sie über Einzelheiten und Risiken des Betäubungsverfahrens gesondert aufgeklärt

Wie soll man sich nach der Implantation verhalten?

Am OP-Tag erhalten Sie vorsorglich ein Antibiotikum. Nach dem Eingriff sollte ein Coolpack oder ein Sandsack auf die Wunde gelegt werden, um eventuelle Blutergüsse zu mindern. Diese können im Bereich der Implantationsstelle auftreten, müssen Sie jedoch nicht beunruhigen.
In den ersten drei Tagen nach dem Eingriff sollte man sich schonen wie bei einem schweren grippalen Infekt.
Um die Wunde zu entlasten, sollten Damen am OP-Tag und den nachfolgenden 3 Tagen Tag und Nacht einen BH tragen.

Für insgesamt 6 Wochen nach der Operation sollte man keine schweren Lasten tragen und den Arm der implantierten Seite nicht über Schulterhöhe bewegen. Um jedoch einer möglichen Versteifung des Schultergelenkes vorzubeugen, sollten Sie in dieser Zeit mehrmals täglich Bewegungsübungen wie "Schulterkreisen" durchführen.

In der Regel können Sie nach 1 Woche wieder Auto fahren.

Bei Wundschmerzen nach der Implantation sollten Sie für diese Zeit ein Schmerzmittel einnehmen.

Bitte beobachten Sie sich aufmerksam und informieren Sie umgehend Ihren behandelnden Arzt, wenn Fieber oder Veränderungen im Bereich der Implantationsstelle auftreten. Natürlich können Sie sich auch im Schrittmacher Centrum vorstellen.

Nach Ablauf von 6 Wochen körperlicher Schonung können Sie Ihr gewohntes Leben wieder aufnehmen.

Spätestens nach 3 Monaten erfolgt die erste ambulante Kontrolluntersuchung, bei der die Einheilung des Systems kontrolliert und die Funktionsweise bei Bedarf nachjustiert wird. Die weiteren Nachsorgen erfolgen alle 6 bzw. 12 Monate. Teilweise wird die Routinenachsorge in der Sprechstunde durch telemetrische Nachsorgen ergänzt.

Worauf muss man beim Leben mit Schrittmacher und Defibrillator achten?

  • Nehmen Sie Ihr normales Leben wieder auf. Verzichten Sie auf apparative Pulszählungen außerhalb einer Praxis, denn bei Schrittmacherpatienten sind die Messungen oft fehlerhaft und führen nur zu Verunsicherungen.
  • Hautveränderungen im Bereich des Schrittmachers – also Rötungen oder Blau-Verfärbungen – sind Alarmzeichen, die eine rasche Vorstellung im Schrittmacher Centrum verlangen, ganz gleich ob sie 5 Wochen oder 5 Jahre nach der Implantation auftreten.
  • Machen Sie Ihren Schrittmacherpass / Defibrillatorpass zu Ihrem ständigen Begleiter und legen Sie ihn bei jedem Arztbesuch, also auch beim Zahnarzt vor.
  • Elektrische Behandlungen beispielsweise mit elektrischen Massagegeräten, Kurzwellen o.ä. dürfen Sie ohne ausdrückliche Erlaubnis Ihres Arztes auf gar keinen Fall nutzen. Dies gilt auch für Personenwaagen mit Körperfettanalyse. Denn mit derartigen Behandlungen könnte eventuell der Schrittmacher für die Dauer der Anwendung abgestellt werden. Defibrillatoren können die elektrischen Signale als Herzrhythmusstörungen fehlinterpretieren. Das ist eine ernste Gefahr für Ihr Herz und Ihr Leben.
  • Ebenso verhält es sich mit anderen elektrischen Geräten, die in die unmittelbare Nähe des Aggregats gebracht werden. Meiden Sie also beispielsweise den auf der Brust hängenden Motor einer eingeschalteten Haar-Trockenhaube und benutzen Sie stattdessen einen Handföhn.

  • Bedecken Sie Ihren Oberkörper nicht mit einer elektrischen Heizdecke und vermeiden Sie generell elektrische Geräte in Brusthöhe.
  • Schnurlose Telefone in der Wohnung hingegen können Sie ohne Bedenken benutzen, diese können Ihren Schrittmacher nicht beeinträchtigen. Mit einem Handy sollte sicherheitshalber ein Abstand von 15-20 cm zum Aggregat eingehalten werden.

  • Fragen Sie bei Unklarheiten Ihren Arzt, um eine Gefährdung auszuschließen.


Die Batterie Ihres Aggregats wird im Laufe der Jahre schwächer werden, was aber bei den regelmäßigen Kontrollen rechtzeitig bemerkt wird. Wir werden dann mit Ihnen rechtzeitig einen Termin für einen Aggregatwechsel vereinbaren.