Statistik

Die Entwicklung des Herzschrittmacher-Centrums des Cardioangiologischen Centrum Bethaniens, CCB, begann 1996. Zu diesem Zeitpunkt wechselte T.A. J. Kreuzer, der bis dahin die Schrittmacherambulanz der Uniklinik Frankfurt geleitet hatte, an das CCB. Bereits im ersten Jahr konnten dann nahezu 700 Schrittmacheroperationen durchgeführt werden. Damit wurde das CCB bereits von Beginn an zu einer der größten Schrittmacherkliniken Deutschlands.
Durch die unermüdliche Aufbauarbeit von TA J. Kreuzer nahm in den folgenden Jahren die Anzahl der Schrittmacherimplantationen stetig zu. Im Jahr 2001 wurde die magische Grenze von 1.000 Schrittmacherimplantationen jährlich mit insgesamt 1009 Schrittmacheroperationen überschritten. In den In den folgenden Jahren blieben die Zahlen konstant und liegen jetzt bei 1054 Operationen im Jahr 2010.

Mit dieser Eingriffszahl ist das CCB Herzschrittmacher-Centrum jetzt eines der größten Schrittmacherzentren Europas. Im Jahr 2007 wurde die Leitung des CCB Herzschrittmacher Centrums durch den Kardiologen und Rhythmologen Dr. Oliver Przibille verstärkt. Im Juli 2010 kam Klaus Andreas, ein weiterer Kardiologe, hinzu.

Moderner Zweikammerschrittmacher (18g, 4,4x5,2x0,6 cm)
Moderner Zweikammerschrittmacher (18g, 4,4x5,2x0,6 cm)

Die Indikation zur Schrittmacherimplantation verteilte sich zu 50 % auf das symptomatische Sinusknotensyndrom, zu 20 % auf das bradykarde Vorhofflimmern sowie zu 30 % auf den höhergradigen AV-Block.

Dieser Verteilung der Schrittmacherindikationen entspricht der deutlich überwiegende Einsatz physiologischer Zweikammersysteme. Diese wurden bei 79 % der Erstimplantationen eingesetzt. In 21 % der Erstimplantationen wurden Einkammersysteme implantiert.

Im CCB werden sämtliche Schrittmachersysteme aller Hersteller eingesetzt.
Hierbei kommen ganz hauptsächlich bipolare Elektroden zum Einsatz, die neben der Detektion auch sehr niedriger herzeigener Signale einen hohen Schutz vor unerwünschten Störpotentialen bieten.

Im Jahr 2010 wurde eine Neuimplantation von 99 Einkammersystemen (VVI/VVIR) vorgenommen, daneben wurden 98 Wechsel dieser Systeme bei Ende der Batterielaufzeit durchgeführt. Es wurden355 Zweikammerschrittmacher im Jahr 2010 neu implantiert. Hierbei handelt es sich in der Hauptsache um DDDR-Systeme, sowie in kleinerer Anzahl auch um sogenannte Einelektroden-Zweikammerschrittmacher (VDD). Aggregatwechsel bei Batterieerschöpfung wurden bei insgesamt 172 Zweikammersystemen durchgeführt.

41% der Schrittmacheroperationen wurden ambulant durchgeführt. Die übrigen Schrittmacheroperationen wurden stationär im Bethanien-Krankenhaus durchgeführt.

Aus den hohen Implantationszahlen des CCB Herzschrittmacher-Centrums geht hervor, dass auch in großem Umfang Schrittmachernachsorgen durchgeführt werden. Auch hier war über die Jahre eine stetige Steigerung zu verzeichnen. Wurde 1996 die schon beachtliche Zahl von 2.558 Schrittmacherkontrollen durchgeführt, so betrug diese Zahl im Jahr 2006 bereits 10.308 Nachuntersuchungen und 2010 12.128 Nachuntersuchungen (siehe Grafik 2).

Hierbei ist es eine Besonderheit des CCB Herzschrittmacher-Centrums, dass Herr T.A. J. Kreuzer auch Schrittmacherkontrollen außerhalb der Klinik durchführt. So wurden im Jahr 2010 insgesamt 765 Hausbesuche zur Schrittmacherkontrolle durchgeführt.

Neben der klassischen Schrittmacherindikation bei langsamen, bradykarden Herzrhythmusstörungen können Herzschrittmacher auch zur Prävention von Vorhofflimmern beitragen. Dies ist derzeit nur bei solchen Patienten indiziert, die gleichzeitig eine Indikation zur Herzschrittmacherimplantation aufgrund langsamen Herzschlages aufweisen. Dabei werden bedarfsweise spezielle Zweikammerschrittmachersysteme eingesetzt.

Biventrikuläre Schrittmacher / Resynchronisationstherapie
Zur Behandlung der Herzinsuffizienz/Herzschwäche stehen seit kurzer Zeit spezialisierte Schrittmachersysteme zur Verfügung. Solche Aggregate können bei Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche und bestimmten EKG-Kriterien (Linksschenkelblock mit deutlicher Verbreiterung des QRS-Komplexes) eingesetzt werden. Hierbei wird zur kardialen Resynchronisationstherapie ein sogenannter biventrikulärer Schrittmacher implantiert. Die Besonderheit dieser Aggregate liegt darin, dass nicht wie bei einem gewöhnlichen Schrittmacher nur Elektroden im rechten Herzen implantiert werden. Vielmehr erfolgt auch eine Stimulation des linken Ventrikels. Dazu wird über spezielle Führungskatheter und Führungsdrähte eine Spezialelektrode in eine Herzvene im Bereich der linken Herzkammer implantiert.

Diese Implantationen sind besonders aufwendig. Da eine spezielle Durchleuchtung erforderlich ist, werden diese Eingriffe in der Regel im Herzkatheterlabor durchgeführt.

Wurden im Jahr 2004 noch 21 solcher biventrikulärer Systeme implantiert, so stieg die Zahl 2005 auf 38 Aggregate und im Jahr 2007 auf 62 Systeme an.2010 wurden 86 Syteme implantiert.

Moderner ICD (76g, 12 mm dünn)
Moderner ICD (76g, 12 mm dünn)

Implantierbarer Kardioverter Defibrillator (ICD)

Der implantierbare Kardioverter Defibrillator (Abbildung ICD) dient zur Therapie maligner ventrikulärer Arrhythmien und insbesondere des plötzlichen Herztodes. Diese Aggregate erkennen ventrikuläre Tachykardien und Kammerflimmern. Sie können dann eine spezifische Therapie wie antitachykarde Stimulation oder eine Defibrillation abgeben. Mittlerweile stehen diese Systeme auch in Kombination mit einem biventrikulären Schrittmacher als sogenannter biventrikulärer ICD zur Verfügung.

Patienten, die für eine ICD-Implantation in Frage kommen sind solche, die bereits einmal aufgrund einer malignen Herzrhythmusstörung reanimiert werden mussten, sofern diese nicht z.B. durch einen akuten Myokardinfarkt oder eine Elektrolytstörung hervorgerufen wurde. Weiterhin können diese Aggregate auch prophylaktisch bei Patienten implantiert werden, die aufgrund verschiedener Kriterien als Hochrisikopatienten für einen plötzlichen Herztod identifiziert wurden.

Im Jahr 2010 wurden im CCB Herzschrittmacher-Centrum insgesamt 113 ICD-Implantationen und 33 ICD-Wechsel durchgeführt.