Offenes Foramen Ovale

Interventioneller PFO-Verschluss im CCB.

Das PFO wird mit einem sogenannten „Schirmchen“ oder „Occluder“ verschlossen. Dieses besteht aus zwei elastischen Scheiben, die über einen Steg miteinander verbunden sind.

Je nach Anatomie stehen verschiedene Modelle und Größen zur Verfügung. Durch das PFO hindurch wird die eine Scheibe auf die linke Seite des Vorhofseptums und die andere auf die rechte Seite platziert. Der Steg liegt im PFO. Hierdurch greift der Occluder das Vorhofseptum zwischen beiden Schirmen und verschließt das PFO. Das Schirmchen wird in den folgenden Tagen und Wochen von körpereigenem Bindegewebe überzogen und wächst damit in das Vorhofseptum ein.

Lesen Sie hier, wie der Einbau des Occluders verläuft:

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Sehen Sie hier ein interessantes Fallbeispiel aus dem CCB:

ASS-Gabe, Plättchenhemmung und Endokarditisprophylaxe:
Nachbehandlung des interventionellen PFO Verschlusses im CCB.

Nach der Implantation eines PFO-Occluders muss ASS (Acetylsalicylsäure, Aspirin®) für sechs Monate gegeben werden. Für vier Wochen erfolgt eine zusätzliche Plättchenhemmung mit Clopidogrel. Eine Endokarditisprophylaxe muss für ein Jahr beachtet werden. Nach sechs Monaten erfolgt eine Nachkontrolle mittels transösophagealer Echokardiographie.

ASS-Gabe oder Blutverdünnung sind alternative Behandlungsmöglichkeiten zum PFO Verschluss.

Eine alternative Behandlungsmöglichkeit besteht in der Plättchenhemmung durch ASS, wobei der Stellenwert dieser Therapie nicht endgültig geklärt ist. Daher wird als Alternative zum PFO-Verschluss eine Blutverdünnung mit Phenprocoumon (Marcumar®) eingesetzt. Neben der erforderlichen Blutentnahmen zur Steuerung der Behandlung muss hierbei allerdings mit bedeutsamen Blutungen bei 1-2 % der Patienten pro Jahr gerechnet werden. Schließlich kann auch ein operativer Verschluss des PFO durch einen herzchirurgischen Eingriff erfolgen. Diese Therapieoption wird allerdings in den seltensten Fällen eingesetzt.

Ergebnisse des PFO-Verschlusses

Weltweit wurden bereits weit über 200.000 interventionelle PFO-Verschlüsse durchgeführt. Im CCB selbst wurden schon über 1000 PFOs interventionell verschlossen.

Mit den zur Verfügung stehenden Schirmsystemen können bei sehr geringem Risiko Verschlussraten von über 95 % erzielt werden.

  • Studiendaten aus dem Jahr 2008 zeigen, dass nach 10 Jahren 96 % der Patienten kein weiteres cerebrales Ereignis oder eine weitere arterielle Embolie erleiden (Wahl A, Heart 2008;94:336)
  • In den Jahren 2012 und 2013 wurden drei Studien veröffentlichten in denen der Schirmchenverschluss des PFO mit einer medikamentösen, blutverdünnenden Behandlung verglichen wurde (CLOSURE I, N Engl J Med 2012,366:991; RESPECT, N Engl J Med 2013, 368:1092; PC Trial, N Engl J Med 2013,368:1083)
  • Nach deren Ergebnissen ist der interventionelle PFO-Verschluss einer dauerhaften medikamentösen Blutverdünnung zumindest gleichwertig

Die dauerhafte Blutverdünnung, und ein damit über die Jahre zunehmendes Blutungsrisiko, können durch den Verschluss vermieden werden. In mehreren Unterauswertungen dieser Studien zeigte sich, im Vergleich zur medikamentösen Therapie, eine deutlich niedrigere Rate erneuter Durchblutungsstörungen des Gehirns nach interventionellem PFO-Verschluss.

Indikationen zum interventionellen PFO-Verschluss

  • Nachweis einer Durchblutungsstörung des Gehirns (Schlaganfall / Apoplex oder transitorische ischämische Attacke) oder einer arteriellen Embolie.
  • Ausschluss anderer Ursachen der Durchblutungsstörung / Embolie wie z.B. Gefäßeinengungen oder Vorhofflimmern mit Gerinnselbildung im linken Vorhof.
  • Nachweis eines persistierenden Foramen ovale mit Blutübertritt vom rechten zum linken Vorhof (Rechts-Links-Shunt) im transösophagealen Echokardiogramm.

Komplikationen des interventionellen PFO-Verschlusses

Mögliche, wenngleich sehr seltene Komplikationen des interventionellen PFO-Verschlusses können sein: Herzrhythmusstörungen, Kontrastmittelallergien, Blutungen, Infektionen, Herz- und Gefäßverletzungen, Gerinnselbildungen, Luftembolien mit Herzinfarkt oder Schlaganfall, Verrutschen des Schirmchens und Abgleiten in den Körper. Hierüber informiert ausführlich das entsprechende Aufklärungsblatt.