Das CCB und seine Stellung im deutschen Gesundheitswesen

Das CCB ist nicht vergleichbar mit einer normalen Praxis oder einem Krankenhaus in Deutschland, wo die ambulante Versorgung und die stationäre Behandlung weiterhin streng getrennt sind. Im CCB ist durch das belegärztliche System ein nahtloser Übergang von der ambulanten zur stationären Behandlung möglich. Dies hat für den Patienten erhebliche Vorteile, da Informationsverluste bei der Weiterbehandlung vermieden werden. Auch können einheitliche Behandlungsrichtlinien eingehalten werden, ohne dass es darauf ankommt, ob jemand im Krankenhaus oder in der Praxis behandelt wird.

Das CCB ist eine Institution, die eng mit den zuweisenden Hausärzten zusammenarbeitet. Sie hat sich dabei vorgenommen, dass alle angemeldeten Notfallpatienten auch am gleichen Tage versorgt werden, auch wenn im Notfall eine Herzkatheteruntersuchung notwendig wird. Dies schafft für die behandelten Ärzte und vor allem für ihre Patienten eine sehr hohe Behandlungssicherheit und reduziert das Risiko durch Komplikationen in Wartezeiten.

Das CCB bietet seinen Patienten den modernen Stand der Versorgung von Herz-Kreislaufkrankheiten. Natürlich kann es den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen nicht aus eigener Kraft ändern. Das CCB bedauert, dass so wichtige Leistungen wie die Magnetresonanz oder die Computertomographie der Herzkranzgefäße nicht zum Leistungskatalog der gesetzlich Krankenversicherten gehören. Das CCB bietet diese Leistung auf einem hohen Standard jedoch weiterhin an, da Privatversicherungen die Kosten für diese schonenden Untersuchungsverfahren übernehmen.

Das CCB hat auch die Notfallversorgung von Herz-Kreislaufpatienten an sich zu seinem Hauptziel gemacht. In den letzten Jahren hat sich die Behandlung des Herzinfarktes durch die Herzkatheteruntersuchung und die dabei mögliche Ballondilatation mit Stentimplantation erheblich verbessert, insbesondere wenn der Patient in einem möglichst kurzen Zeitabschnitt nach Beginn der Beschwerden im Herzkatheterlabor behandelt werden kann. Deshalb ist die hocheffektive Chest Pain Unit eingerichtet wurde, die von CCB-Patienten genauso aufgesucht wird wie von den Rettungsfahrzeugen mit Herzinfarktpatienten aus der Stadt Frankfurt und Umgebung. Diese notfallmäßige Versorgung wird auch ausgedehnt auf Gefäßkrankheiten im Allgemeinen, so dass hier ein sehr hoher Behandlungsstandard angeboten wird.
Dies alles, obwohl wir in einem Gesundheitswesen leben, das unter zu knappen Ressourcen leidet, In Deutschland wird die Bevölkerung immer älter. Der Aufwand für die medizinische Versorgung wächst automatisch. Experten schätzen, dass jährlich etwa 5 % mehr Finanzaufwand notwendig ist, um diesen Bedarf abzudecken.
Sie alle wissen aus der öffentlichen Diskussion, dass mit allen Mitteln von Seiten der Bundesregierung versucht wird, die Kosten auf dem derzeitigen Niveau festzuschreiben, so dass automatisch allein aufgrund der Bevölkerungsentwicklung ein Defizit entstehen muss.

Durch gesonderte Verträge bei der Integrationsversorgung hat das CCB versucht, neue Wege auch auf diesem Wege zu gehen. Die Einführung des Gesundheitsfonds zum 01.01.2009 hat jedoch die Krankenkassen veranlasst, diese positiven Möglichkeiten wieder einzuschränken, da sie finanzielle Engpässe fürchten. Man kann nur hoffen, dass individuelle Behandlungslösungen von den gesetzlichen Krankenversicherungen wieder wahrgenommen werden, wie sie vom CCB zur Verfügung gestellt werden. Insbesondere das für das CCB so wichtige Belegarztsystem steht im Moment auf dem Prüfstand und droht durch eine unglückliche Gesetzgebung und eine mangelnde Finanzierung an der Grenze ambulant/stationär zu zerbrechen. Das CCB wird unverändert Mittel und Wege finden, das bewährtes Konzept auch unter neuen Bedingungen umzusetzen. Einfacher sind die Zeiten für innovativ  tätige Ärzte in den letzten 20 Jahren aber nicht geworden.