Herzkatheter-Untersuchung

Die Herzkatheter-Untersuchung, auch Koronar-Angiographie genannt, ist ein bildgebendes Verfahren mittels Röntgenstrahlen, das Ablagerungen und verengte Stellen in den Gefäßen direkt erkennen läßt.

 Bei der Koronar-Angiographie wird dem Patienten Kontrastmittel direkt in die Herzkranzgefäße gespritzt. Dazu wird ein sehr dünner Schlauch (Katheter) über die Leistenarterie - gelegentlich auch über die Armarterie - bis zur Abzweigung der rechten oder linken Herzkranzarterie aus der Hauptschlagader eingeführt. Ein Führungsdraht und über ihn der Katheter wird von der Leiste aus vorgeschoben, passiert die Bauchschlagader und gelangt über die Aorta (Hauptschlagader) schließlich ins Herz.
 Das zu untersuchende Gefäß wird nur während des Einspritzens des Kontrastmittels dargestellt, wobei die Gefäßwand nicht sichtbar ist. 

Das CCB verfügt über insgesamt vier Herzkatheterlabore. Zwei befinden sich im Bethanien-Krankenhaus, zwei im Markus-Krankenhaus. Hier werden nicht nur geplante Herzkatheter-Untersuchungen durchgeführt, sondern in einer Rundum-die Uhr-Bereitschaft Patienten mit akutem Herzinfarkt untersucht. Das gilt für eigene Patienten wie auch für Patienten, die über die Notruf-Leitstelle überall aus dem Rhein-Main-Gebiet mit einem akuten Infarkt oder akuten Herzbeschwerden in der speziell eingerichteten Chest-Pain-Unit, die in beiden Krankenhäusern bestehen, aufgenommen werden.  

Wann wird eine Herzkatheter-Untersuchung notwendig?

Eine Herzkatheter-Untersuchung wird durchgeführt, um Art und Umfang einer Herzkranzgefäßerkrankung feststellen zu können.
Der Herzinfarkt ist nicht nur in Industrieländern, sondern auch weltweit die häufigste Todesursache. Die koronare Herzkrankheit (KHK) entsteht durch Ablagerungen von Blutfetten (z.B. Cholesterin), Blutplättchen Entzündungszellen und Kalk in der Wand der Herzkranzgefäße. Dadurch kommt es zu einer Aderverengung, wodurch die Blutversorgung des Herzmuskels vor allem bei stärkeren Anstrengungen vermindert wird. Es treten Schmerzen oder ein Engegefühl in der Brust, oder Atemnot auf. Bei hochgradiger Verlegung des Gefäßes können diese Beschwerden auch schon in Ruhe entstehen. Verschließt sich das Gefäß plötzlich vollständig, entsteht ein Herzinfarkt. In Deutschland erleiden pro Jahr etwa 295.000 Menschen einen Infarkt, der in fast 51% (ca. 171000) der Fälle zum Tode führt.
Nicht alle Verengungen der Herzkranzgefäße machen sich durch die typischen Brustbeschwerden bemerkbar. Manchmal tritt Angina pectoris nur bei stärkster körperlicher Belastung auf, bei anderen Menschen fehlen die Beschwerden ganz, dies betrifft insbesondere Patienten mit bestehender Zuckerkrankheit. So kann der Herzinfarkt manchmal das erste (und leider letzte) Symptom einer koronaren Herzkrankheit sein.
Soweit die koronare Herzerkrankung, die zum Infarkt führen kann.
Die Herzkatheter-Untersuchung ist aber auch erforderlich, um andere Herzerkrankungen (wie undichte oder verengte Herzklappen, angeborene Herzfehler und Schwäche der Herzmuskulatur, die mit Atemnot oder Wasseransammlungen im Körper (Ödemen) einhergehen können) zu untersuchen.
Ob eine Herzkatheter-Untersuchung notwendig ist, entscheidet der Kardiologe unter Berücksichtigung der Beschwerden und der bereits erhobenen Untersuchungsergebnisse.

Wie soll ich mich vor dem Eingriff verhalten?

Besonders wichtig ist es, dass ASS/Aspirin oder vergleichbare Medikamente (Herz-ASS, Godamed, Plavix, Iscover usw.) nicht abgesetzt werden. Auch die meisten anderen Medikamente, insbesondere solche gegen Bluthochdruck sollten weiter eingenommen werden. Lediglich Marcumar muß 3-7 Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden. Hier erfolgt gegebenenfalls eine überlappende Behandlung mit Heparin. Vor der Untersuchung sollten Sie genügend Flüssigkeit zu sich nehmen (Tee, Mineralwasser, Säfte), jedoch nur wenig (nach Rücksprache) frühstücken. Wenn Sie wegen Diabetes mellitus Insulin spritzen, sollte bei einer Therapie mit Mischinsulin die halbe Insulindosis spritzen. Bei einer intensivierten Therapie lassen Sie einfach das Mahlzeiteninsulin weg (evtl. mit Hausarzt oder Diabetologen Rücksprache halten).  Orale Antidiabetika, wie Biguanide (Metformin) müssen dagegen  möglichst 2 Tage vor und 2 Tage nach der Kontrastmittelgabe am Untersuchungstag abgesetzt werden. Bei anderen oralen Antidiabetika sollten Sie nur die halbe Dosis einnehmen. Wenn Sie an einer Schilddrüsenfunktionsstörung oder an einer Kontrastmittelallergie leiden, teilen Sie das bitte vor dem Eingriff den behandelnden Ärzten mit.