Herzkatheterlabore

Die Koronare Herzerkrankung und die Infarktrisiken.

Die koronare Herzerkrankung (KHK) zählt weltweit zu den häufigsten Herzerkrankungen.

Diese Erkrankung der Herzkranzgefäße oder Koronararterien wird durch Gefäßalterungsprozesse (Arteriosklerose) verursacht. Der Herzmuskel wird von diesen Arterien, die direkt hinter der Aortenklappe aus der Hauptschlagader (Aorta) entspringen, mit sauerstoffreichem Blut versorgt.
Durch die Arteriosklerose kommt es zu Ablagerungen von cholesterin- und kalkhaltigen Plaques in den Wänden der Blutgefäße, die zu Verengungen der Gefäße (Stenosen) bis hin zur vollständigen Verstopfung führen können. Ein vollständiger Gefäßverschluss hat in den meisten Fällen einen Herzinfarkt zur Folge. Beschwerden treten erst relativ spät auf, nämlich dann, wenn die Verengung der Blutbahn so weit fortgeschritten ist, dass die Blutversorgung des Herzmuskels kritisch beeinträchtigt ist.

Risikofaktoren für einen Herzinfarkt im Blick behalten und behandeln!

  • Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie)
  • erhöhter Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie)
  • Übergewicht
  • Diabetes
  • Bewegungsmangel

Weitere Risikofaktoren wie z.B. männliches Geschlecht, Alter oder die genetische Prädisposition, d.h. Häufung von Herzerkrankungen in der Familie, lassen sich durch eine Behandlung nicht beeinflussen.

Bei Symptomen eines Herzinfarkts sofort reagieren!

Symptome wie

  • Brustenge
  • dumpfes Druckgefühl, z.T. mit Ausstrahlung in den linken Arm, Unterkiefer oder Rücken (sog. Angina pectoris) oder
  • Kurzatmigkeit (Dyspnoe)

treten typischerweise vermehrt unter körperlicher Anstrengung auf und werden in der Ruhe/Erholung besser.
Bei einem Herzinfarkt können diese Beschwerden aber auch plötzlich unter Ruhebedingungen auftreten und bessern sich nicht mehr. In diesem Fall sollte unbedingt und sofort ein Notarzt unter 112 gerufen werden.

Hebungs-Infarkt und Nicht-Hebungsinfarkt fordern immer eine Herzkatheteruntersuchung

Die chronische KHK verläuft oft stabil, d.h. es können Angina Pectoris Beschwerden im Alltag bestehen (z.B. Brustenge beim Bergangehen) die aber konstant sind und sich nicht verschlimmern. In diesem Fall bleibt es meist bei der konservativen, d.h. medikamentösen Behandlung.

Von der stabilen KHK muss das akute Koronarsyndrom abgegrenzt werden. Dabei kommt es zu akuten Beschwerden der KHK, wie z.B. neu aufgetretene oder zunehmende Angina Pectoris, die bei geringster Anstrengung oder sogar in Ruhe auftritt (instabile Angina Pectoris). Der akute Herzinfarkt, der sich meist durch starke Ruhe-Beschwerden kennzeichnet, die nicht mehr von alleine weggehen, gehört zum Oberbegriff des akuten Koronarsyndroms. In diesem Fall muss umgehend der Notarzt informiert werden (Telefon 112). Der Patient wird dann zur weiteren Diagnostik und Behandlung in eine Chest-Pain-Unit (CPU) transportiert.
Sind EKG-Veränderungen bereits im Aufnahme-EKG vorhanden, spricht man von einem ST-Hebungsinfarkt (STEMI). Eine umgehende Herzkatheteruntersuchung zur Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes durch Stentimplantation ist erforderlich.
Lesen Sie hier weitere Information zur Implantation von Stents im CCB.

Zeigen die in der CPU abgenommen Blutwerte des Schnelltests eine Schädigung des Herzmuskels an, das EKG ist aber wenig auffällig, spricht man von einem NSTEMI (Nicht- ST Hebungsinfarkt). Auch bei diesem NSTEMI ist die dringliche Katheteruntersuchung mit Stentimplantation angezeigt.

Unter Röntgenkontrolle wird der Katheter vorsichtig vorgeschoben.
Unter Röntgenkontrolle wird der Katheter vorsichtig vorgeschoben.