Gefäß Centrum

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) bezeichnet Verengungen oder Verschlüsse der Extremitäten versorgenden Blutgefäße.

 

Um zu verstehen, wie Blutgefäße sich krankheitsbedingt verändern, betrachten wir zunächst den Blutkreislauf.

über den gesunden Blutkreislauf:
über den gestörten Blutkreislauf:
über die Arteriosklerose:

Die Arterienverengung ist ein langsamer Prozess, der über einen langen Zeitraum unbemerkt bleiben kann, aber individuell unterschiedlich schnell voranschreitet.

Beschwerden entstehen erst dann, wenn die Durchblutung in den Bereichen hinter dem sich entwickelnden Engpass nicht mehr ausreicht, um den Bedarf der Gewebe an Sauerstoff und Nährstoffen zu decken. Natürlich hängt das Ausmaß der Beschwerden vom Ort und dem Schweregrad des Engpasses ab. Auch ist der Körper in der Lage, Ersatzgefäße zu bilden (Kollateralen), die das Hindernis umgehen, was zunächst keine Beschwerden aufkommen lässt.

Bei der pAVK muss man immer damit rechnen, dass auch andere arterielle Stromgebiete von arteriosklerotischen Gefäßverengungen betroffen sein können. So finden sich bei pAVK-Patienten häufig gleichzeitig Verengungen im Bereich der Herzkranzarterien, der Halsschlagadern und der Hirngefäße.

Das ist der Grund dafür, dass pAVK-Patienten ein stark erhöhtes Risiko haben, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Die Haupttodesursache von pAVK-Patienten in den fortgeschrittenen Stadien ist mit über 50 Prozent der Herzinfarkt, gefolgt vom Schlaganfall.

Veränderungen an der Gefäßwand können bereits in der Kindheit und Jugend beginnen. Bemerkbar machen sie sich aber erst nach 40 bis 60 Jahren. Dies erklärt, warum es so wichtig ist, der Gefäßveränderung früh vorzubeugen: Eine Behandlung im Alter von 40 bis 60 Jahren kann die Erkrankung nicht mehr beseitigen sondern nur noch die Folgen begrenzen.

Die pAVK ist sehr häufig und weit verbreitet: Fünf bis 10 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden an peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen der unteren Gliedmaßen. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit dem Alter zu. So sind bei den über 65-Jährigen bereits 20 Prozent der Bevölkerung von arteriellen Gefäßengpässen betroffen, Männer insgesamt häufiger als Frauen.

Man unterscheidet vier Stadien der pAVK

Man unterscheidet zwischen vier Stadien, die von völliger Beschwerdefreiheit im Stadium I bis hin zu ausgeprägten Gewebeschädigungen in den fortgeschrittenen Stadien III und IV, die letztendlich eine Beinamputation notwendig machen können. Dieses Schicksal erleiden in Deutschland jährlich ca. 30 000 Menschen. Inzwischen geht man davon aus, dass 80 Prozent der Amputationen durch rechtzeitige Diagnose, Reduzierung der Risikofaktoren und Behandlung vermeidbar sind.

Stadium I Beschwerdefreiheit

Stadium II Schmerzen beim Gehen

Stadium III Schmerzen in Ruhe

Stadium IV absterbendes Gewebe, Geschwüre, „offene Beine“

Weitere Informationen

Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie klärt über Gefäßkrankheiten auf. Unter www.verschlusssache-pavk.de erfahren Sie ebenfalls viel zum Thema Gefäßerkrankungen.