Leistungsspektrum der Interventionellen Angiographie

Die Erkrankung peripherer Gefäße, besonders der Becken- und Beinregion, wird häufig unterschätzt. Im fortgeschrittenen Stadium sind zu 90% auch die Koronargefäße und in 70% auch die Carotiden betroffen. Im CCB wird daher auf eine ganzheitliche Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen besonderen Wert gelegt. Darüber hinaus werden auch Engstellungen der Aorta abdominalis, der Nierenarterien sowie der oberen Extremitäten (A. subclavia) dilatiert.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

Betroffen ist meist die untere Extremität mit Stenosen im Bereich der Beckenstrombahn (A. iliaca interna und A. iliaca externa), des Oberschenkels (A. femoralis superficialis), des Kniebereiches (A. poplitea), sowie der Unterschenkelgefäße. Während in der Beckenetage häufig Stents eingesetzt werden erfolgt dies in den Oberschenkelgefäßen seltener und am wenigsten häufig in den Unterschenkelgefäßen. In selteneren Fällen sind auch die distale Aorta abdominalis oder die oberen Extremitäten betroffen.

Ziel der Dilatation ist die Wiederherstellung einer schmerzfreien Gehstrecke, die dem Patienten eine Bewältigung seiner täglichen Verrichtungen ermöglicht. In fortgeschrittenen Stadien der pAVK sind die Vermeidung von Ruheschmerzen, die Abheilung von chronischen Ulcerationen oder das Hinausschieben der Amputation das Behandlungsziel.

Die Eingriffe erfolgen wie die Herzkatheteruntersuchung in örtlicher Betäubung. Meist genügt eine Ballondilatation, in ca. 30% ist eine Rekanalisation der Gefäße erforderlich. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Ballondilatation wird über die Notwendigkeit einer Stentimplantation entschieden.

Akuter Gefäßverschluss

Der akute Verschluss eines Blutgefäßes kann thromboembolisch verursacht sein, z. B. bei Vorhofflimmern und unzureichender Antikoagualation. Auch bei schwerer und fortgeschrittener Atherosklerose der Gefäße z. B. beim fortgeschrittenen Diabetes mellitus und „Raucherbein“ sind akute Gefäßverschlüsse möglich. In diesen Fällen besteht eine hochgradige Gefährdung für den Verlust der Extremität und es ist, neben der Gabe von Heparin und ASS, eine sofortige Einweisung über die Leitstelle erforderlich. Durch lokale Lyse erforderlichenfalls mit Absaugung von Thrombenmaterial oder Fraktionierung von Thromben (Clotbuster) mit nachfolgender Dilatation und ggf. auch Stentimplantation ist eine rasche Wiederherstellung der arteriellen Strombahn möglich.

Stentbehandlung der Beinschlagader bei arterieller Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)

Nahezu vollständiger Verschluss der Beinschlagader kurz oberhalb des Knies (Pfeil). Es haben sich bereits Umgehungskreisläufe gebildet.
Aufdehnung der Verengung mit einem Ballonkatheter.
Nach Aufdehnung mit dem Ballonkatheter verbleibt eine sehr unruhige Resteinengung.
Nach Stentimplantation ist das Gefäß wieder weit offen.

Ballonaufdehnung der Beinschlagader

Nachweis einer langstreckigen hochgradigen Engstelle der Beinschlagader (Pfeile).
Aufdehnung der Engstelle mit einem langen Ballon.
Nach der Ballonaufdehnung zeigt sich ein sehr schönes Ergebnis. Eine Stentimplantation ist in diesem Fall nicht erforderlich.