Was geschieht mit mir bei der Elektrophysiologischen Untersuchung?
Was muß ich im Vorfeld der Untersuchung beachten?
Um optimale Ergebnisse der Elektrophysiologischen Untersuchung zu erhalten, ist es notwendig, eine vielleicht bestehende antiarrhythmische Therapie zu unterbrechen. Das gilt insbesondere für Flecainid und Propafenon, sowie mit Einschränkung für ß-Blocker, Solatol und Verapamil. Sollten Sie eines dieser Antiarrhythmika einnehmen, sollten Sie mit Ihrem überweisenden Arzt, sei es Ihr Hausarzt oder Ihr Kardiologe, Rücksprache halten um wenn möglich die Therapie 2 Tage vorher zu pausieren. CCB-Patienten sprechen mit ihrem behandelnden Arzt im CCB.
Bei Patienten, die Marcumar einnehmen, muß die Medikation so lange pausiert sein, dass zum Untersuchungszeitpunkt in INR < 2 erreicht ist. Gegebenenfalls ist es vorübergehend nötig, Heparin zu spritzen. Dies muß im Vorfeld mit dem zuweisenden Arzt besprochen werden.
Die Einnahme von ASS oder Clopidogrel oder ähnlichem muß nicht pausiert werden.
Am Vortag des vereinbarten Untersuchungstermins werden Sie in der Regel am Nachmittag stationär aufgenommen. So ist genug Zeit für eine körperliche Untersuchung, die Blutentnahme und ein EKG. Ein ausführliches Aufklärungsgespräch gibt Ihnen die Möglichkeit, alle auftretenden Fragen zu klären.
Sofern Ihnen oder den Sie behandelnden Ärzten Unterlagen über Ihre Herzrhythmusstörungen vorliegen, sollten Sie diese auf jeden Fall zur stationären Aufnahme mitbringen und dem Stationsarzt vorlegen.
Am Untersuchungstag selbst ist es nötig, daß Sie bis zur Untersuchung nüchtern bleiben. Jemand vom Pflegepersonal auf Ihrer Station wird Ihre rechte Leiste rasieren und Ihnen einige Beruhigungstropfen (Diazepam) geben. Ein Arzt legt Ihnen einen venösen Zugang am Arm. Anschließend werden Sie ins Herzkatheterlabor gefahren, wo die Untersuchung durchgeführt wird.

- Herzkatheterlabor Markus-Krankenhaus
Wie läuft die Elektrophysiologische Untersuchung ab?
Im Herzkatheterlabor übernimmt das medizinische Assistenzpersonal Sie und bereitet die Untersuchung weiter vor: die Punktionsstelle wird desinfiziert, es werden viele EKG-Elektroden geklebt. Im Anschluß werden Sie mit sterilen Tüchern abgedeckt.
Frau Dr. Schulte-Hahn setzt Ihnen eine örtliche Betäubung und punktiert die Leistenvene 2-3 mal zur Plazierung von Einführschleusen, durch die 2-3 Untersuchungskatheter eingeführt werden. Unter Röntgenkontrolle werden die Katheter im Herzen an unterschiedlichen Stellen plaziert.
Jetzt können die Katheter die elektrischen Signale aus dem Herzen registrieren und umgekehrt auch das Herz durch elektrische Signale stimulieren. Ihre Herzrhythmusstörungen lassen sich mittels der Signale ganz gezielt provozieren und untersuchen. So entsteht ein genaues Bild der Leitungseigenschaften in Ihrem Herzen.
Diese Untersuchung dauert zwischen 1 und 2 Stunden und ist bis auf die Einstich in der Leiste schmerzlos für Sie. Natürlich spüren Sie bei der Provokation von Herzrhythmusstörungen ein Stolpern des Herzens oder Herzrasen. Eine kurze Ohnmacht während der Untersuchung kann in seltenen Fällen auftreten.
Im Anschluß an die Untersuchung werden die Katheter und Einführschleusen entfernt und ein Druckverband angelegt.
Etwas Schonung nach der Untersuchung
Zurück auf Ihrer Station, sollten Sie für 4 Stunden Bettruhe einhalten, um die Punktionsstelle zu entlasten.
Bei der Visite können Sie schon die Ergebnisse der Untersuchung und das weitere Vorgehen besprechen. Kontrolluntersuchungen werden entweder bei Ihrem überweisenden Arzt oder ambulant im CCB durchgeführt.
In der Regel können Sie am Mittag des Folgetages nach Hause entlassen werden. Doch bitte schonen Sie sich noch für eine Woche: Vermeiden Sie es, schwere Dinge zu tragen und muten Sie sich keine schwere körperliche Anstrengung zu. Auch mit Ihrem Sport sollten Sie für eine Woche pausieren. Dann ist die Punktionsstelle verheilt und Sie können sich wieder wie vor der Untersuchung belasten.
Was ist eine Ablationsbehandlung?
Manche Herzrhythmusstörungen haben ihre Ursache in einer anatomisch definierten Besonderheit am Herzen, die mit Hilfe der Elektrophysiologischen Untersuchung so gut identifiziert werden kann, das diese Stelle gezielt verödet (abladiert) werden kann. Die Ablation ist also im Gegensatz zur Elektrophysiologischen Untersuchung, die eine Diagnose erbringt, eine Behandlungsmöglichkeit von Herzrhythmusstörungen.
Bei welchen Herzrhythmusstörungen wird eine Ablation durchgeführt?
Eine Indikation für eine Ablation sind supraventrikuläre Tachykardien, das sogenannte "Gutartige Herzjagen": Hierzu gehören als häufigstes AV- Knotenreentrytachykardie, sowie AV-reentry-Tachykardie bei akzessorischer Leitungsbahn (WPW-Syndrom) und Vorhoftachykardien (ektope oder atriale reentry-Tachykardien) und Vorhofflattern.
Auch bei RVOT-VES, den Herzrhythmusstörungen aus dem Ablußtrakt des rechten Ventrikels, kann eine Ablation sinnvoll sein.
Bei Patienten mit sehr starken Beschwerden mit Vorhofflimmern, die bereits einen Schrittmacher tragen ist die Verödung des AV-Knotens möglich, wenn die medikamentöse Therapie keine Besserung erbracht hat.
Wie verläuft eine Ablation?
Zunächst erfolgt eine Elektrophysiologische Untersuchung zur Provokation der Herzrhythmusstörungen und genauen Untersuchung und Lokalisation des Ursprungsortes.
Bitte lesen Sie hierzu den Abschnitt "Was geschieht mit mir bei der Elektrophysiologischen Untersuchung?" und beachten Sie auch alle notwendigen Maßnahmen (eventuelle Unterbrechung der Medikation, keine Nahrungsaufnahme vor der Untersuchung, etc.) im Vorfeld des Eingriffs.
In der Regel werden dabei 3 Katheter verwendet, gelegentlich erfolgt der Zugang auch über die Leistenarterie.
Nach Plazierung des Ablationskatheters am Ursprungsort der Herzrhythmusstörung wird die Katheterspitze auf einer Länge von 4 bis max. 10 mm auf max. 60o C durch Hochfrequenzstrom erwärmt.
Dies ist in der Regel mehrmals für jeweils wenige Sekunden bis max. 2 Minuten erforderlich.
Diese Energieabgabe kann von Ihnen bemerkt werden. Beispielsweise als Herzstolpern, als Hitzegefühl, oder gelegentlich als brennendes Gefühl in der Brust oder in der Schulter. Manche Patienten empfinden auch einen leichten Schmerz. Im Falle von stärkeren Mißempfindungen wird ein Beruhigungsmittel oder Schmerzmittel gegeben, was aber nur in seltenen Fällen erforderlich ist. Im Verlauf der Untersuchung können Sie das mit Frau Dr. Schulte besprechen. Insgesamt kann die Ablation inklusive vorausgehender Elektrophysiologischer Untersuchung zwischen 1 und 3 Stunden dauern.
Während des Eingriffs und am selben Abend wird vorsorglich ein Antibiotikum gegeben. Bis zum nächsten Tag erhalten Sie zusätzlich subcutan Heparin (bekannt als „Thrombose-Bauchspritzen“).
Am Folgetag werden Ihre Blutwerte kontrolliert, ein EKG geschrieben und die Behandlungsergebnisse besprochen, bevor Sie gegen Mittag nach Hause entlassen werden können.
Bitte halten Sie nach einer Ablation alle Schonungsmaßnahmen (mindestens 4 Stunden Bettruhe nach dem Eingriff, kein schweres Tragen und keine körperliche Anstrengung) ein, wie Sie im Abschnitt "Etwas Schonung nach der Untersuchung" beschrieben sind.
