Neueste Techniken zur Katheterablation von Vorhofflimmern

Hintergrund
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung in Deutschland mit ca. 1 Million betroffener Patienten. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft wird erwartet, dass diese Zahl zukünftig dramatisch ansteigt. Als Folge von Vorhofflimmern können Herzrasen, Luftnot, verminderte körperliche Belastbarkeit und als größtmögliche Komplikation ein Schlaganfall auftreten. Medikamente (sogenannte „Antiarrhythmika“) versuchen, das Vorhofflimmern zu unterdrücken und den normalen Rhythmus (Sinusrhythmus) zu stabilisieren, erfordern aber die tägliche Einnahme von Tabletten. Dies kann mit erheblichen, lebensbedrohlichen Nebenwirkungen verknüpft sein kann.

Die Katheterablation ist ein Verfahren, mit dem die Ursache des Vorhofflimmerns beseitigt werden kann. Es konnte gezeigt werden, dass elektrische "Fehlzündungen" aus den Lungenvenen, die in den linken Vorhof einmünden, den normalen Herzrhythmus stören und Vorhofflimmern auslösen.

Bei der Katheterablation werden die elektrischen "Fehlzünder" mittels eines Katheters verödet (abladiert). Das Ergebnis: Die "Fehlzünder" können kein Vorhofflimmern mehr auslösen. Die Erfolgsraten dieses Therapieverfahrens sind der medikamentösen Therapie deutlich überlegen. Allerdings handelt es sich hierbei um einen komplexen Eingriff und sollte nur an entsprechend spezialisierten Zentren durchgeführt werden.

Innovative Ablationsverfahren
Die komplexe Vorhofflimmerablation kann durch die Einführung innovativer technischer Verfahren erleichtert werden. Das dreidimensionale Rekonstruktionsverfahren CARTO 3 (Biosense Websterä) erlaubt eine präzise Abbildung der individuellen Anatomie des Patienten unter gleichzeitiger Visualisierung aller Katheter im Herzen (Abbildung 1). Damit wird das Herz des einzelnen Patienten während der Untersuchung ohne Einsatz von Röntgenstrahlen dargestellt. Die räumliche Orientierung für den Untersucher wird erleichtert, und die Prozedur kann schnell und schonend durchgeführt werden.

Abbildung 1: Rekonstruktion eines linken Vorhofs mittels CARTO 3 (Biosense Websterä). Dargestellt sind eine postero-anteriore (PA) Ansicht (links) und einer rechtslaterale (RL) Ansicht (rechts)’. Die Mündungen der Lungenvenen in den linken Vorhof sind mit den weißen und blauen Punkten markiert. Zur vereinfachten räumlichen Orientierung können erstmals alle Herzkatheter direkt visualisiert werden.

Eine weitere Innovation stellen Ballon-gestützte Ablationsverfahren dar. Die Verwendung von Kälte-Energie (Cryoballon Ablation) ist bereits gut etabliert und wird routinemäßig seit einiger Zeit im CCB durchgeführt.

Das CCB ist eine der drei großen Spezialkliniken, die den Laser-Ballon einsetzen können. Neu ist hierbei die Verwendung eines Ballon-Systems, welches Laser als Energiequelle verwendet und mittels einer Optik erstmals den direkten Blick in das schlagende Herz erlaubt. Somit kann der Laser-Strahl direkt unter visueller Kontrolle um die Lungenvenen geführt werden (Abbildung 3 ). Dieses Verfahren wurde  im AK St. Georg, Hamburg evaluiert und wird erstmals im Rhein-Main-Gebiet im CCB  zum Einsatz kommen.

 

Abbildung 3 Direkter Blick auf die linken Lungenvenen (LSPV: linke obere Pulmonalvene; LIPV: linke untere Pulmonalvene) mittels einer Optik durch den Laser Ballon. Dadurch kann die Ablation mittels Laser Energie erstmals unter direkter visueller Kontrolle durchgeführt werden.