Diabetes Centrum

Von Patient zu Patient unterschiedlich:
Die Insulintherapie im CCB.

Für den „Anfänger“ ist eine Therapie mit NPH-Insulin zur Nacht geradezu ideal.

Am Abend injiziertes NPH-Insulin wirkt lediglich bis zum nächsten Morgen. Der so
behandelte Patient erhält somit tagsüber kein von außen zugefügtes Insulin. Daher
entfallen:

  • das Einhalten eines Kostplans mit Einteilung der blutzuckerwirksamen Bestandteile nach Kohlenhydrateinheiten (KE, früher BE)
  • das Blutzuckermessen
  • das selbstständige Anpassen der Insulindosis
  • die Notwendigkeit zur Teilnahme an einer aufwendigen Patientenschulung
  • das Spritzen tagsüber (daher auch kein Spritzen in Gesellschaft)
  • die Gefahr von Unterzuckerungen (korrekte Dosierung des NPH-Insulins vorausgesetzt).

Bisher wurden im Diabetes Centrum Bethanien hunderte Patienten auf diese komfortable
Therapie erfolgreich eingestellt. Alle Einstellungen erfolgten ambulant (ohne
Krankenhauseinweisung).

Die intensivierte Insulintherapie ist die „Königstherapie“.

 

Reicht NPH-Insulin zur Nacht nicht aus um das angestrebte Therapieziel zu erreichen, ist eine Intensivierung der Therapie durch Insulininjektion tagsüber erforderlich. Im Rahmen eines strukturierten Behandlungs- und Schulungsprogramms werden die Patienten mit der selbständigen Durchführung der Therapie vertraut gemacht. Hierzu zählen u. a. die bedarfsgerechten Insulininjektion. Der Abstand zwischen der Insulininjektion und dem ersten Bissen (Spritz-Ess-Abstand) ist dabei nicht fest, sondern variabel zu handhaben.

Hier einige Beispiele:

  • Blutzucker 217 mg/dl oder 12,1 mmol/l:
    nach der Insulininjektion etwa 30 Minuten mit den Essen warten
  • Blutzucker 68 mg/dl oder 3,8 mmol/l:
    essen und erst anschließend spritzen
  • Blutzucker 118 mg/dl oder 6,6 mmol/l:
    unmittelbar bzw. spätestens 15 Minuten nach der Insulin-Injektion essen

Ziel dabei ist, eine flexible Lebensführung ohne Beschränkung der Nahrungsmittelauswahl und ohne Kostvorschriften (z. B. feste Zwischenmahlzeiten). Auf diese Therapie wurden im CCB Diabetes Centrum bis heute weit über 1.000 Patienten neu eingestellt. Die wenigsten wurden dazu stationär aufgenommen. Fast alle konnten also unter Wahrung der häuslichen Bedingungen ambulant eingestellt werden. Die Evaluation der Behandlungsdaten zeigte dabei, dass die Einstellungen genau so effektiv und sicher durchgeführt wurden, wie in stationär tätigen Fachabteilungen.





Alternativ zur Insulintherapie ist heute die Behandlung mit neu entwickelten Medikamenten
möglich, z. B. Inkretinen. Wenn sie vertragen werden, können sie zu ausgezeichneten
Ergebnissen führen. Leider fehlen noch Daten zur Sicherheit der Langzeitanwendung.