Was ist die Chest Pain Unit?
Die im November 2003 im Bethanien-Krankenhaus gegründete Chest Pain Unit (englisch für "Brustschmerz-Einheit") und die im Januar 2006 eröffnete Chest Pain Unit im Markus-Krankenhaus sind Diagnostik- und Therapieeinheiten zur sofortigen Versorgung von Herz-Notfallpatienten. Die Chest Pain Units des CCB arbeiten in speziell eingerichteten Räumlichkeiten nach einem genau definierten 24-Stunden-Notfall-Ruf-System in enger Zusammenarbeit mit der Rettungsleitstelle.
Aufbau und Abläufe der Chest Pain Units orientieren sich strikt an Parametern, die eine optimale Versorgung im Rahmen von Notfällen garantieren und Verzögerungen minimieren.
Mit dieser neuen Abteilung reagiert das CCB auf die Erkenntnis, dass die ersten Stunden nach Eintritt eines Herzinfarkts entscheidend für den Ausgang und die weitere Prognose der Erkrankung ist. Denn noch immer sterben in Deutschland etwa zu viele Menschen an einem Herzinfarkt. So erleiden jährlich etwa 295.000 Patienten einen Herzinfarkt, von denen 171.000 am Infarkt versterben. 51% der betroffenen Patienten sind Frauen, was deutlich macht, dass Frauen längst nicht mehr verschont bleiben, wie frühere Zahlen belegten.
Um den gefährlichen Wettlauf mit der Zeit zu gewinnen ist es also lebensrettend, die Symptome eines Herzinfarkts möglichst frühzeitig zu erkennen und möglichst umgehend die richtigen Maßnahmen einzuleiten.
Die Chest Pain Unit im CCB ist zertifiziert
Mit der Chest Pain Unit des CCB im Bethanien-Krankenhaus wurde im Oktober 2009 erstmalig eine Chest Pain Unit in einem Belegkrankenhaus zertifiziert. Mit dieser Zertifizierung macht das Bethanien-Krankenhaus einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Belegkrankenhaus mit Akutversorgung.
Welche Patienten kommen zur Chest Pain Unit?
Patienten mit akuten Herzbeschwerden können rund um die Uhr zu den Chest Pain Units kommen.
Bei Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt müssen sofort lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden.
Bitte informieren deshalb Sie sofort bei den ersten Anzeichen eines Herzinfarkts den Rettungsdienst über die bundesweite Notrufnummer 112.
Hinweise auf einen Herzinfarkt sind beispielsweise folgende:
- schwere, lang andauernde Schmerzen im Brustkorb, die in beide Arme, in den Bauch, zwischen die Schulterblätter und in den Unterkiefer ausstrahlen
- oft wird ein Brennen im Brustkorb gespürt, auch können Schmerzen im Hals oder Oberbauch auftreten
- starkes Engegefühl, Brennen oder heftiger Schmerz im Brustkorb
- zusätzlich zum Brustschmerz Erbrechen
- bei Frauen sind Luftnot, Übelkeit und Erbrechen oft alleinige Alarmzeichen
- blasse, fahle Gesichtsfarbe und kalter Schweiß, das Gesicht drückt die unmittelbare Bedrohung aus uns ist oft bis zur Fremdheit verändert
- Luftnot, die zum plötzlichen Hinsetzen oder Hinlegen zwingt
- plötzlicher Kreislaufzusammenbruch (Kollaps mit und ohne Bewußtlosigkeit)
Informationen über Warnsignale vor dem Herzinfarkt finden Sie auch auf der Internetseite der Deutschen Herzstiftung.
Nach der Erstversorgung durch Notarzt und Rettungsdienst vor Ort informiert die Rettungsleitstelle bei Verdacht auf Herzinfarkt tagsüber direkt das Herzkatheterlabor. Nachts und an Wochenenden wird der diensthabende Kardiologe des CCB direkt über Handy alarmiert.


