Der Untersuchungsablauf

Für eine möglichst gute Bildqualität ist es notwendig, dass der Puls bei 60/min oder darunter liegt. Deshalb wird häufig in der Vorbereitung ein so genannter Betablocker gegeben. Ein Betablocker ist ein bewährtes Medikament zur Blutdrucksenkung und Verlangsamung der Herzfrequenz, welches langfristig eine Schutzfunktion ausübt. Patienten mit bekannter koronarer Herzkrankheit haben eine bessere Prognose, wenn sie Betablocker einnehmen. Betablocker sind in aller Regel gut verträglich. Nur Patienten mit schwerem allergischen Asthma dürfen sie nicht einnehmen oder Patienten, die ohnehin schon eine sehr langsame Herzfrequenz haben und keinen Herzschrittmacher tragen. Wenn Sie zu einer dieser beiden Patientengruppen gehören, besprechen Sie das bitte vor der Untersuchung. Bei Patienten, die nicht daran gewöhnt sind, können Betablocker vorübergehend eine leichte Müdigkeit und Herabsetzung der Reaktionsgeschwindigkeit nach sich ziehen. Deshalb raten wir dazu, in Begleitung zur Untersuchung zu kommen und im Anschluß an die Untersuchung nicht selbst ein Fahrzeug zu steuern.

Für die Beurteilung des Inneren der Herzgefäße mit der Frage nach Durchgängigkeit bzw. Verengungen ist es notwendig, dass ein Kontrastmittel gegeben wird. Das Kontrastmittel wird Ihnen über einen Zugang in einer Arm- oder Handrückenvene gespritzt. Aufgrund der großen Schnelligkeit der modernen MSCT-Geräte sind nur noch vergleichsweise geringe Mengen an Kontrastmittel nötig (ca. 60 ml iodhaltiges Röntgenkontrastmittel).

Patienten mit einer Allergieneigung, z.B. Heuschnupfen oder Allergien gegen Schmuck oder Nahrungsbestandteile, sind manchmal auch gegen das Kontrastmittel allergisch. Wenn es notwendig ist, kann eine allergische Reaktion medikamentös unterdrückt werden. Während das Kontrastmittel durch gesunde Nieren problemlos ausgeschieden wird, kann es bei fortgeschrittener Nierenerkrankung zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion kommen.

Schließlich kann das Kontrastmittel auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion zu Problemen führen, weil die jodhaltigen Anteile die Aktivität der Schilddrüse weiter verstärken. Aus diesem Grund ist die Kenntnis der Nieren- und Schilddrüsenfunktion vor der Kontrastmittelgabe bei Patienten über 60 Jahren und bei Patienten mit einer bekannten Schilddrüsenerkrankung wichtig.

Was muss ich über Röntgenstrahlen beim Cardio-CT wissen?


Wie auch die Herzkatheteruntersuchung, ist das Cardio-CT ein Röntgenverfahren und von daher mit einer unterschiedlichen Strahlendosis für den Patienten verbunden. Die Strahlendosis variiert je nach Fragestellung und Untersuchungsprotokoll. Die in der Einheit Millisievert (mSv) angegebene biologische Strahlendosis berücksichtigt die Strahlenintensität sowie auch Faktoren auf Seiten des Patienten wie Körpergewicht und Geschlecht.

Um ein Gefühl für die Größenordnung der Strahlendosis zu erhalten, sollte man wissen, dass jeder Bundesbürger einer Strahlung aus der Umwelt ausgesetzt ist, die sich im Wesentlichen aus der natürlichen Hintergrundstrahlung sowie aus Strahlung durch Baustoffe zusammensetzt. Diese Strahlung beträgt ungefähr 2,5 mSv pro Jahr. Die nach der aktuellen Röntgenverordnung für das ungeborene Leben zugelassene Strahlung liegt bei 1,0 mSv.

Eine einfache Röntgenuntersuchung des Brustkorbs („Röntgen-Thorax in 2 Ebenen“) ist mit einer Strahlendosis von ca. 0,1 mSv verbunden, eine diagnostische Herzkatheteruntersuchung mit 2,5 – 5 mSv. Die durch eine MSCT-Untersuchung ohne Kontrastmittel bedingte Strahlendosis beträgt 1 – 2 mSv, bei Kontrastmittelgabe und komplexeren Untersuchungsprotokollen steigt die Strahlendosis auf 5 – 10 mSv an.