Cardio-CT-Diagnostik bei gedeckter Ruptur der thorakalen Aorta
Ein Fallbericht :
Ein 67-jähriger Patient wurde mit Brustkorbschmerzen im November 2004 in einem auswärtigen Krankenhaus aufgenommen. Ein Herzinfarkt konnte ausgeschlossen werden.
Die Ursache der Beschwerden war eine Einblutung in die Wand der thorakalen Aorta (sog. Aortenwandhämatom). Ein zunächst konservatives Vorgehen (medikamentöse Behandlung) wurde empfohlen.
Im Dezember 2004 erfolgte die Vorstellung zur weiteren Betreuung im CCB. Zu diesem Zeitpunkt war der Patient beschwerdefrei und aufgrund des Befundes der Kontroll- Computertomographie bestand keine Indikation zu einer Änderung des Vorgehens.
Da es erfahrungsgemäß im Verlauf häufig zu einer Verschlechterung des Befundes kommt, wurde zeitnah (nach weiteren 4 Wochen) eine Kontrolluntersuchung mittels Cardio-CT durchgeführt. Der Patient gab nun auch wieder Schmerzen im Brustkorb an.
Es zeigte sich nun ein gedeckter Riss in der Aortenwand. Das aus der Hauptschlagader austretende Blut wurde nur durch eine schmale Bindegewebsschicht gedeckt (Abb.1 und 2).

- Abb.1 und Abb.2
In dieser Situation bestand die Indikation zur notfallmäßigen Intervention.
Es wurde am gleichen Tage eine thorakale Stentimplantation durchgeführt. Bei diesem Eingriff mittels Kathetertechnik wird über einen arteriellen Zugang in der rechten Leiste ein sehr großer Stent in die Hauptschlagader vorgeführt und dort entfaltet (Stentlänge 13 cm, Stentdiameter 44 mm). Unmittelbar nach dem Eingriff war der Patient bereits beschwerdefrei.
Drei Tage später erfolgte eine Cardio-CT-Kontrolle (Abb. 3). Im Vergleich zur Voruntersuchung zeigte sich nun kein Austritt von Blut in der thorakalen Aorta.

- Abb.3

