Welche Beschwerden habe ich mit einer pAVK im Stadium I?

Im Stadium I der pAVK haben Sie noch keinerlei Beschwerden. Und genau das ist das Tückische an diesem frühen Stadium. Es gilt jetzt, die Erkrankung zu diagnostizieren und umgehend eine Behandlung zu beginnen, um auch das Risiko eines Herzinfarkts und eines Schlaganfalls zu reduzieren.
Aufgrund dieser möglicherweise schwerwiegenden Folgen einer eventuell noch unentdeckten Erkrankung ist es sinnvoll, schon vorbeugend nach Anzeichen einer arteriosklerotischen Veränderung an den peripheren Gefäßen zu fahnden. Das CCB hat deshalb ein Präventionsprogramm entwickelt, das Ihnen die Möglichkeit gibt, eigenverantwortlich und vorausschauend Risikofaktoren abzuklären und die Gefäße zu untersuchen.

Bitte informieren Sie auf den speziell eingerichteten Seiten über das Präventionsprogramm.

 

Wie wird Stadium I einer pAVK festgestellt?

Da Sie in Stadium I einer pAVK trotz bereits auftretender Verengungen der Arterien noch keine Beschwerden verspüren, wissen Sie oft noch nichts von Ihrer Erkrankung. Sie suchen uns deshalb nicht wegen dieser Erkrankung auf. Die pAVK wird deshalb in der Regel zufällig entdeckt, wenn Sie wegen anderer Krankheiten, insbesondere Herzerkrankungen, in die cardioangiologische Praxis kommen.
Da schon im Stadium I das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden höher ist, als für Patienten ohne pAVK, kommt der Früherkennung der pAVK eine immens wichtige Rolle zu.
Je früher die Krankheit erkannt wird, desto eher können geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um den Krankheitsverlauf aufzuhalten.

Anamnese
Zunächst fragt der Arzt Sie nach Risiko-Faktoren für eine Arteriosklerose.
Diese sind:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Übergewicht

Körperliche Untersuchung
Hier achtet der untersuchende Arzt besonders auf Hautveränderungen und die Temperaturen von Unterschenkeln und Füßen. Er tastet die Pulse an verschiedenen Stellen des Körpers und hört die arteriellen Gefäße auf Strömungsgeräusche ab, die über verengten Stellen entstehen.
Wenn diese Untersuchungen eine periphere arterielle Verschlusskrankheit wahrscheinlich werden lassen, sind weitere Untersuchungen erforderlich, um das Ausmaß der Erkrankung festzustellen.

Eine Methode, die Versorgung der unteren Extremitäten zu kontrollieren ist die Messung der Fußpulse mittels Dopperdruckuntersuchung. Bei optimaler Durchgängigkeit der Becken- und Beinarterien lässt sich hier Puls gut messen.

Ultraschalluntersuchung und Blutdruckmessung
Ultraschall dient zum Nachweis arteriosklerosebedingter Veränderungen in Gliedmaßen. Da diese Veränderungen meist nicht nur auf die Arm- und Beinarterien beschränkt sind, wird gegebenenfalls eine weitere Ultraschalluntersuchung in anderen Körperregionen vorgenommen, um auch hier nach Arterienverengungen zu suchen.

Zur Diagnosestellung gehört auch der „Knöchelarteriendruck“. Je niedriger der am Knöchel gemessene Blutdruckwert ist, desto schlechter ist die Durchblutung des Beines. In Kombination mit einer Blutdruckmessung am Arm kann der Knöchelarteriendruck das Vorliegen einer pAVK beweisen. Mit dieser relativ einfach durchzuführenden Untersuchung kann man sogar eine pAVK im Stadium I sicher nachweisen, obwohl Sie selbst noch keine Beschwerden verspüren.

MR-Angiographie
Eine Aufnahme der MR-Angiographie (Magnetresonanzangiographie): Hier sieht man einen kompletten Ausfall der rechten Beckenarterien, der zu schlimmsten Schäden führen kann.

Röntgenuntersuchung /Angiographie
Vor einem geplanten Gefäßeingriff kann eine Röntgenuntersuchung der Arterien notwendig werden. Dabei wird ein Kontrastmittel gespritzt und mittels Röntgenstrahlung die Engstelle dokumentiert. Ausdehnung und Schwere der Verengung werden so sichtbar gemacht. Vor einer solchen Angiographie müssen, wie bei anderen Kontrastmittelgaben auch, einige Laboruntersuchungen durchgeführt werden, um beispielsweise die Funktionsfähigkeit der Niere und das Gerinnungsvermögen des Blutes zu prüfen.

In vielen Fällen kann diese Untersuchung auch mittels der Kernspintomographie mit einer sogenannten MR-Angiographie erfolgen.

Welche Behandlung ist im Stadium I einer pAVK für mich notwendig?

Zentrales Ziel in der Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit ist in allen vier Stadien die konsequente Behandlung der Risikofaktoren Rauchen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus und Übergewicht.

Liegen bei Ihnen gleichzeitig mehrere Risikofaktoren vor, steigt das Arterioskleroserisiko überproportional an.
Sie werden im Folgenden sehen, dass die Reduzierung von Risikofaktoren zu einem großen Teil von Ihrem persönlichen Engagement abhängt. Und natürlich ist es nicht einfach, mit Überzeugung, Stehvermögen und Konsequenz liebgewonnene Gewohnheiten abzulegen und das Leben in einigen Teilbereichen neu zu organisieren.