Neue Behandlungsmöglichkeit bei Varikosis

Mit dem Ziel,  die bisherigen Standardtherapien der symptomatischen Varicosis der großen epifascialen Varizen im CCB Gefäß Centrum zu ergänzen, beziehungsweise den Patienten alternative, weniger invasive Therapiemöglichkeiten anbieten zu können, wurde die endovenöse Lasertherapie in Kombination mit Schaumsklerosierung  eingeführt.

Varikosis und venöse Insuffizienz
Varicosis gehört zu den häufigsten Erkrankungen in der deutschen Bevölkerung, jeder zweiter Erwachsener ist damit behaftet, davon 10 -15% mit Krankheitswert (1), die Folgekosten werden auf ca. 1,5 Milliarden /J geschätzt.

Therapieziel:
Operative Beseitigung des pathologischen Reflux im epifascialien Venensystem.

Bisherige Verfahren:
Die Legierung durch Crossektomie der Vena saphena magna (VSM) beziehungsweise Vena saphena  parva  (VSP)und Stripping der Stamm- beziehungsweise Seitenastvenen stellt seit Jahrzehnten die Standardtherapie der symptomatischen epifascialen Varicosis dar. Die bahnbrechenden wissenschaftlichen Konzepte und Therapieempfehlungen wurden hierzu von Prof. W. Hach aus Frankfurt entwickelt und publiziert (6).

Alternativverfahren
Seit einigen Jahren werden zunehmend auch alternative, weniger invasive, endovenöse Verfahren zur Okklusoin der insuffizienten Venen angewandt, hauptsächlich endovenöse Lasertherapie (EVLT, Fima Biolitec®) und Radiofrequenzobliteration(RFO, Firma VNUS Medical Technologies®), neuerdings  auch Evaporisierung von Heißwasserdampf (Firma Guttmann®). Eine abschließende Beurteilung über die Superiorität einer Methode ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich (5). Im CCB Gefäß Centrum findet das Laserverfahren Anwendung.

Die endovenöse Lasertherapie von Varizen (EVLT)

Erste größer angelegte Studie 2001 mit FDA-Zulassung in den USA (2). Inzwischen liegen mehrere Studien vor in denen über Verschlussraten in Follow –up berichtet werden.

Verschlussrate von von 97%  in 3-Jahres –Follow-up bei 1050 behandelten Patienten wurden von Agus et al.berichtet (3)

Seit 2007 steht ein neu entwickelter 1470nm Diodenlaser zur Verfügung, die „wasserspezifische“ Wellenlänge. Bei diesem Verfahren erfolgt die Absorption der Laeserenergie bei einer Wellenlänge von 1470nm in dem intrazellulären  asser der Venenwand und Wasseranteil des Blutes.

Die durch die Laserenergie induzierte irreversible thermische Schädigung führt zu einer kompletten Okklusion der behandelten Vene. Wichtigste Zielgröße ist die applizierte Energie/ cm Vene(Joule/cm), meist 60J/cm.

Thomas Schwarz et. Al. berichten über eine 100%-ige Verschlussrate in 1-Jahres-Follow-up bei 400 behandelten Patienten mit dieser neu entwickelten 1470nm  Laserfasser(4).

Indikationen

Prinzipiell unterscheidet sich die Indikation zu einem endoluminären Vorgehen nicht von der des konventionellen, chirurgischen Verfahrens . Ist eine Operation chrurgisch nicht indiziert, besteht auch keine Indikation für einen endovenösen Approach. Komplette und inkomplette Stammvaricosis der VSM und  VSP mit oder ohne chronisch venöse Insuffizienz (ab Stadium II bis IV nach Hach bzw. CEAP Klassifikation (C2,E,A2/4 PR ) auch mit Ulcusbeteiligung)

Vorteile:

  • lückenlose Kontrollmöglichkeit des Lasers
  • Aufrechterhaltung der abdominellen venösen Drainage durch oberflächliche Seitenäste in die  Vena femoralis.
  • offensichtlich keine Neovaskularisation im Leistenbereich
  • lokale Tumeszenanästhesie mit maximalem Patientenkomfort
  • ambulante, kurze Behandlungsdauer und verkürzte Rekonvaleszenz mit schnellerer Rückkehr zur normalen Aktivitäten.

Nachteil:
Langzeitresultate liegen noch nicht vor.

Risiken

Risiken und Nebenwirkungen

  • Schmerzen in der ersten postoperativen Woche entlang der behandelten Vene möglich
  • (Verordnung von nichtsteroidalen Antiphlogestika für 5-7 Tage)
  • Entstehung von Periphilibitis beschrieben
  • Schwellung, oberflächliche Hämatome bzw. Echymosen (flächige Blutungen)
  • Sensibilitätsstörungen, in seltenen Fällen kleine Hautverbrenungen.
  • TVT und Lungenembolie nicht beschrieben

Thromboseprophylaxe:
Umfang und Ausmaß der periinterventionellen Throboseprophylaxe richten sich nach der aktuellen S3-Leitlinie
www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/

Literatur

(1) Fischer H. Venenleiden (Tübinger Studie) U&S 1981

(2) Navrro L et al. Dematol Surg 2001, 27:117ff

(3) Agus  GB et al. Int Angiol 2006, 25:209ff

(4) Schwarz et al. , VASA 2009, 38: Suppl.

(5 ) Th. Cissarek, K. Köger, F. Santosa, Th. Zeller, Gefäßmedizin – Therapie und Praxis 2009

(6) Hach W (1993) ,Die Rezirkulationskreise der primären Stammvarikose.
Chir Praxis 47:319-22.